Unmittelbar vor der Stadtratssitzung am 12. November in Pirna protestierten Bรผrgerinnen und Bรผrger im Rahmen einer vom Verein Wellenlรคnge aus Heidenau angemeldeten Demo auf dem Obermarkt. Wรคhrend der Stadttratssitzung wurde schnell klar, dass bei der Mehrheit der Stadtrรคte kein Interesse bestand, den Vortrag von Dohnaer Vertretern der Bรผrgerinitiative gegen den IPO auch nur anzuhรถren. Dieser war von der Fraktion GRรNE/SPD initiiert worden, um neue Sachverhalte darzustellen, die zum Zeitpunkt der damaligen Stadtratsbefassung den damaligen Rรคten nicht bekannt waren (Auf eine Demonstration verzichtete man von bรผndnisgrรผner Seite bewusst).
Die Folgen der Stadtratsignoranz waren viele Diskussionen auf den Zuschauerplรคtzen, eine durchaus kritische Berichtertattung in der SZ und u.a. folgender Leserbrief:
Leserbrief zum Artikel โPirnas Rat verweigert IPO-Kritikern das Rederechtโ
โSZโ vom 14.11.2019
Das fรคngt ja gut an. Vor einigen Wochen noch wurde im Wahlkampf nicht nur das Blaue vom Himmel versprochen. Auch das Christlich-Demokratische, das Bรผrgerlich-Initiative und das Frei-Wรคhlbare. Dass gerade letztere Fraktion nun gegenรผber Kritikern eines bis heute der Bรผrgerschaft nicht in voller Tragweite vermittelten Vorhabens die Verweigerung des Rederechts beantragt, ist, gelinde gesagt, bedenklich. Und dass die anderen benannten Fraktionen dieses unterstรผtzen, macht sprachlos. Gerade wurde in den letzten Tagen der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren gedacht โ und diese politisch gewรผrdigt. Angefangen hat damals alles mit ein paar dutzend mutigen Menschen in ein paar Stรคdten, die es nach fast vier Jahrzehnten mรผde waren, in ihrer Redefreiheit eingeschrรคnkt zu sein und die sich ihre รถffentliche und freie Meinungsรคuรerung nicht mehr verbieten lieรen. Und die damit viel riskierten. Von den dadurch angestoรenen Verรคnderungen profitieren heute die meisten Menschen in unserem Land. Auch in unserer Stadt. Dass der Groรteil der gewรคhlten Vertreter des Pirnaer Stadtparlaments dieses vergessen zu haben scheint und zu diktatorischen Mitteln greift, macht mir groรe Sorge. Diese Sondersitzung sollte schnellstens wiederholt werden, an einem โ mรถglichst runden โ Tisch. Mit uneingeschrรคnkter Redefreiheit aller daran beteiligten Bรผrger.
Thomas Abrecht