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Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Industrie- und Gewerbegebiet vernichtet Denkmal und Naturregion

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat in einem Brief an die Bรผrgermeister der Stรคdte Heidenau, Pirna und Dohna eindringlich dazu gemahnt, mit Rรผcksicht auf den denkmalgeschรผtzten Barockgarten in GroรŸsedlitz die Planung eines angrenzenden Industrie- und Gewerbegebiets, des sogenannten Industrieparks Oberelbe (IPO) und des Technologieparks Feistenberg, einzustellen.

Der Barockpark GroรŸsedlitz, eine einmalige Gartenschรถpfung des 18. Jahrhunderts von europรคischem Rang, ist eine der herausragenden, dem franzรถsischem Muster folgenden Anlagen in Deutschland. Fรผr ihn charakteristisch ist die sorgfรคltig inszenierte Einbettung des kunstvoll gestalteten Gartens in die freie Natur und die umgebende kultivierte Landschaft. Fรผr das Gesamterscheinungsbild des denkmalgeschรผtzten Gartens ist daher unverzichtbar die auch im sรคchsischen Denkmalschutzgesetz verankerte Unantastbarkeit der Umgebung des Denkmals. Um diese sicherzustellen wurden mehrere angrenzende Gebiete als Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesen โ€“ und eben nicht der Garten allein unter Schutz gestellt.

Die Planung des IPO setzt sich nun nicht nur rรผcksichtlos รผber die mannigfachen Bestimmungen des Denkmal-, Landschafts- und Naturschutzes hinweg. Auch das integrierte Verkehrskonzept ist zu bemรคngeln, wie es im Brief heiรŸt, denn es sieht eine ErschlieรŸung des vorgesehenen Industriegebiets ausschlieรŸlich รผber die StraรŸe vor. Solcherart Planungen stammen aus dem vergangenen Jahrhundert und sind lรคngst รผberholt: โ€žIn einem Bundesland, in dem laut Verfassung der Schutz von Umwelt und Natur (Art. 10, Abs. 1) und der Denkmalschutz (Art. 11, Abs. 3) zu den โ€šGrundlagen des Staatesโ€˜ zรคhlt, sollte sich ein solches Projekt von selbst verbieten,โ€œ schlieรŸen Skudelny und Weiss ihr Schreiben unmissverstรคndlich.

Dr. Steffen Skudelny, der Vorstand der DSD, und Professor Dr. Gerd WeiรŸ, der Vorsitzende ihrer wissenschaftlichen Kommission, haben ihren nachdrรผcklichen Appell informell auch den fรผr Denkmalschutz zustรคndigen Behรถrden in Sachsen รผbermittelt, so dem Sรคchsischen Staatsminister fรผr Regionalentwicklung Thomas Schmidt als oberstem Denkmalpfleger, der Prรคsidentin der Landesdirektion Sachsen und der oberen Denkmalschutzbehรถrde, Regina Kraushaar, und dem Sรคchsischen Landeskonservator Alf Furkert, ferner dem Kreistag des Landkreises Sรคchsische Schweiz / Osterzgebirge und dem betroffenen Landrat Michael Geisler.  

https://www.denkmalschutz.de/